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Hausratversicherung: Warum sie massiv unterschätzt wird — und was wirklich drinsteckt

Für €3–6 im Monat kannst Du Deinen gesamten Hausrat absichern. Trotzdem ist die Hausratversicherung eine der am häufigsten fehlenden oder falsch abgeschlossenen Versicherungen in Deutschland. Wir erklären, was wirklich wichtig ist.

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ChatVersicherung Redaktion

Der blinde Fleck: Hausrat ist teurer als gedacht

Mach einmal das folgende Gedankenexperiment: Stell Dir vor, Deine Wohnung brennt völlig aus oder wird nach einem Einbruch vollständig ausgeplündert. Wie viel Geld bräuchtest Du, um alles neu zu kaufen?

Die meisten Menschen unterschätzen den Wert ihres Hausrats erheblich. Eine durchschnittliche 3-Zimmer-Wohnung enthält schnell Güter im Wert von 40.000–80.000 Euro — Möbel, Elektronik, Kleidung, Schmuck, Sportgeräte, Fahrräder und Küchengeräte inklusive.

Und das Erstaunliche: Der Schutz für all das kostet oft weniger als eine Netflix-Mitgliedschaft.

Was die Hausratversicherung leistet — und was nicht

Klassische versicherte Risiken

Eine Standard-Hausratversicherung deckt:

  • Einbruchdiebstahl — inkl. Einbruch in Keller, Garage und Nebenräume
  • Vandalismus nach Einbruch — Schäden, die beim Eindringen entstehen
  • Feuer und Brand — inkl. Ruß- und Löschschäden
  • Leitungswasser — Rohrbruch, undichte Schläuche, Frostschäden an Rohren
  • Sturm und Hagel — ab Windstärke 8
  • Blitzschlag und Überspannung — inkl. Schäden an Elektronik

Was oft vergessen wird: Erweiterbare Bausteine

Standard-Tarife schließen viele Risiken aus, die sich per Baustein hinzufügen lassen:

Fahrraddiebstahl: Einer der häufigsten Schadensfälle — aber nicht automatisch versichert. Ohne optionalen Fahrradbaustein kein Schutz. Die Prämie für diesen Baustein liegt oft bei wenigen Euro im Monat.

Elementarschäden: Überschwemmung, Starkregen, Rückstau aus der Kanalisation und Erdrutsch sind aus den Standardtarifen ausgeschlossen. Wer in einer Überflutungszone lebt oder im Keller Wertgegenstände lagert, sollte diesen Baustein ernsthaft prüfen.

Wertsachen: Schmuck, Bargeld und Kunstgegenstände sind oft nur mit einer Sublimit-Klausel versichert (z. B. max. 20 % der Versicherungssumme oder bestimmte Absolutbeträge). Wer teure Wertgegenstände besitzt, sollte die Deckungssummen prüfen.

Glasversicherung: Bruchschäden an Glasscheiben, Keramikherden oder Glaseinbauten sind häufig nicht enthalten und lassen sich separat versichern.

Die Unterversicherungsfalle: Das übersehene Risiko

Weit verbreitet und gefährlich: Unterversicherung. Sie tritt auf, wenn die vereinbarte Versicherungssumme unter dem tatsächlichen Wert des Hausrats liegt.

Beispiel: Dein Hausrat ist 60.000 € wert, Du hast aber nur 40.000 € versichert — also zwei Drittel. Im Schadensfall zahlt die Versicherung bei einem Einbruchschaden von 15.000 € nicht den vollen Betrag, sondern nur zwei Drittel davon: 10.000 €. Den Rest trägst Du selbst.

Die Faustregel für die richtige Versicherungssumme

Wohnfläche in m² × 650 € ergibt eine realistische Schätzung der empfohlenen Versicherungssumme:

Wohnfläche Empfohlene Summe
50 m² 32.500 €
80 m² 52.000 €
100 m² 65.000 €
120 m² 78.000 €

Tipp: Viele Versicherer bieten einen Unterversicherungsverzicht an. Dann zahlt die Versicherung auch bei zu niedrig angesetzter Summe den vollen Schaden — gegen einen geringen Mehrpreis oft eine sinnvolle Option.

Wann leistet die Versicherung nicht?

Es gibt Standardausschlüsse, die viele Versicherte nicht kennen:

  • Grobe Fahrlässigkeit — bei manchen älteren Tarifen wird die Leistung bei grob fahrlässigem Verhalten gekürzt. Neuere Tarife verzichten auf diesen Einwand.
  • Gekipptes Fenster — Einbruch durch ein auf Kipp stehendes Fenster ist oft nicht versichert, weil es als "nicht gesicherter Zugang" gilt
  • Nicht gemeldete Wertsachen — bei teurem Schmuck oder Kunstwerken empfiehlt sich eine separate Deklarierung
  • Schäden durch Haustiere — Bissspuren oder von Haustieren verursachte Schäden sind meist nicht gedeckt

Was kostet eine gute Hausratversicherung?

Für eine 40–60 m² Wohnung zahlst Du typischerweise €3–5 monatlich für einen soliden Standardschutz. Eine 100 m²-Wohnung kommt auf €6–12. Für ein Haus mit Garten und mehreren Etagen entsprechend mehr.

Die Preisunterschiede zwischen günstigen und teuren Tarifen können erheblich sein — oft 50 % und mehr. Gleichzeitig gibt es erhebliche Leistungsunterschiede, die im Schadenfall entscheidend sind.

Einbruch in Deutschland: Ein reales Risiko

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland schwankt, lag aber zuletzt bei rund 65.000–80.000 Fällen jährlich. Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch beträgt ca. 3.000–5.000 € — ein Betrag, der für viele Haushalte ohne Versicherung eine ernsthafte finanzielle Belastung darstellt.

Besonders betroffen sind Erdgeschosswohnungen und Häuser in Einbruchs-Brennpunkten. Eine Hausratversicherung schützt dabei nicht nur vor dem Vermögensverlust, sondern übernimmt auch die Kosten für beschädigte Türen, Schlösser und Fenster.

Fazit: Günstigster Schutz mit großer Wirkung

Die Hausratversicherung ist vermutlich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Versicherungsmarkt. Für einen Betrag, den die meisten monatlich für ein Streaming-Abo ausgeben, sicherst Du Deinen gesamten materiellen Lebensstandard ab.

Wenn Du noch keine Hausratversicherung hast oder Deinen Vertrag seit Jahren nicht geprüft hast, lohnt es sich, mit einem unabhängigen Versicherungsmakler zu sprechen. Oft gibt es deutlich bessere Konditionen als im aktuellen Vertrag — manchmal sogar bei niedrigerer Prämie.

Tags:

#Hausratversicherung#Einbruch#Wasserschaden#Hausrat#Versicherung

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